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Prädikantinnen und Prädikanten

Rund 500 Prädikantinnen und Prädikanten leiten jährlich mehr als 7.700 evangelische Gottesdienste in Baden.
Prädikanten sind Menschen, die nicht Theologie studiert haben. Sie erhalten deshalb eine fundierte und intensive theoretische und praktische Ausbildung, um Gottesdienste zu halten sowie Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen.
 
Ihre Ausbildung und der Dienst vor Ort wird von Bezirksbeauftragten der Prädikatenarbeit begleitet.
Die Bezirksbeauftragten nehmen insbesondere Aufgaben in der Fortbildung und Beratung der Prädikantinnen und Prädikanten des Kirchenbezirks sowie bei der Koordination des Prädikantendienstes wahr.
Für den Kirchenbezirk Ortenau wurden zwei Pfarrerinnen und ein Pfarrer mit diesem nebenamtlichen Dienst beauftragt:
Region Lahr:
Pfarrerin Severine Plöse, Pfarramt Ettenheim, Telefon 07822 / 96 46
Region Offenburg:
Dekanin Jutta Wellhöner, Pfarramt Offenburg-Weier, Telefon 0781 / 57840
Region Kehl:
Pfarrer Jörg Allgeier, Pfarramt Appenweier, Telefon 07805 / 97153
 
In einem Gespräch berichtete Pfarrerin Severine Plöse über ihre Arbeit als Beauftragte für den Prädikantendienst und dessen Stellenwert in der Region.
 

Frau Plöse, wer möchte Prädikantin oder Prädikant werden?
Die Grundvoraussetzung für den Prädikantendienst ist die Freude an der Weitergabe des christlichen Glaubens und an der Gottesdienstgestaltung. Die Interessenten haben eine hohe Verbindung zur Kirche. In der Region Lahr haben wir momentan 15 Prädikantinnen und Prädikanten, die Pfarrerinnen und Pfarrer in Vakanz- und in Urlaubszeiten vertreten. Wir haben Prädikanten aus den verschiedensten Berufsfeldern, unter anderem Polizisten, Erzieherinnen oder Krankenpfleger.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?
Theoretisch kann jedes Gemeindeglied mit Aufgaben des Predigtamtes beauftragt werden. Ich bin die Ansprechpartnerin bei Interesse am Prädikantenamt. Einige besondere Kriterien sollten erfüllt sein, wie beispielsweise eine christlich geprägte Lebensführung, hinreichende Lebenserfahrung, psychische wie physische Belastbarkeit und auch die Bereitschaft zur regelmäßigen Teilnahme an Fortbildungsangeboten.

Nach erfolgreicher Teilnahme an der Ausbildung erfolgt die befristete Beauftragung für zunächst sechs Jahre durch den Landesbischof.

Was ist der Schwerpunkt ihrer Aufgabe als Prädikantenbeauftragte?
Ich begleite die Prädikanten nicht nur während der Ausbildungszeit, sondern wir treffen uns regelmäßig zum Austausch und Fortbildungen im kleinen Rahmen. Falls Unsicherheiten oder Unklarheiten bei der Gestaltung von Gottesdiensten oder Predigten auftreten, bin ich als Ratgeberin stets ansprechbar.

Welchen Stellenwert hat für Sie das Prädikantenamt?
Einen sehr hohen Stellenwert. Zum einen aus pragmatischer Sicht, denn Prädikanten vertreten die Hauptamtlichen bei Vakanzen, im Urlaub oder an freien Tagen. Zum anderen kommen diese Menschen aus ganz anderen Umfeldern, anderen Lebensumständen als wir Pfarrerinnen und Pfarrer und füllen mit diesem Hintergrund Gottes Wort. Für mich persönlich ist die Arbeit mit Prädikanten sehr bereichernd. Das Prädikantenamt ist dabei keine moderne Erfindung. Es steht in der alten Tradition der Laienprediger und nimmt den Gedanken des Priestertums aller Gläubigen ernst. Dieser war für Martin Luther ein wichtiger Grundsatz und ist Teil des Selbstverständnisses der evangelischen Kirche.
 
Die Fragen stellte Karin Kindle,
Pressebeauftragte des Evangelischen Kirchenbezirks Ortenau - Region Lahr.
 
Bezirksbeauftragte der Prädikatenarbeit
Severine Plöse
Pfarrerin
Quelle: Sandra Decoux-Kone
Jutta Wellhöner
Pfarrerin und Dekanin der Region Offenburg
Quelle: Pascal Cames
Jörg Allgeier
Pfarrer in Leutesheim und Appenweier
Quelle: privat
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