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Radtour zu Chorturmkirchen im Hanauerland

Auf dieser Tour werden Sie einige Kirchen kennenlernen, die für die Ortenau und speziell das Hanauerland eine Besonderheit darstellen - die sogenannten Chorturmkirchen.

Betreten wir eine Kirche, so tun wir das gewöhnlich durch das Hauptportal, über dem sich oft der Kirchturm erhebt. Manchmal steht der Turm auch seitlich davon.

Bei den Chorturmkirchen befindet sich der Turm auf der gegenüberliegenden Seite - meist im Osten - über dem Chor.
Dabei kann dieser Bereich unter dem Turm unterschiedlich gestaltet sein. Einmal befindet sich dort der Altar, ein andermal der Taufstein.

Diese Rundtour können Sie beliebig variieren, abkürzen, ergänzen oder in mehreren Etappen fahren.

Die Tour führt Sie zu Chorturmkirchen in
Quelle: Herbert Kumpf - Nikolauskirche Hausgereut
Nikolaus-Kapelle Hausgereut

Für alle (geöffneten) Kirchen liegen kurze Beschreibungen vor Ort aus oder sind in Vorbereitung.

In Legelshurst und Kork haben Sie Anschluss an die Ortenau S-Bahn, was Ihnen die problemlose An- und Abreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln erlaubt.

Quelle: ulf
Legelshurst
Die erste Station ist die Evangelische Kirche in LEGELSHURST. Diese Kirche können Sie nur von außen betrachten. Achten Sie auf das Wappen über dem Seiteneingang. Es wurde im Jahr MDCCXLIII, dem Baujahr dieser (2.) Kirche angebracht. Der Hanauisch-Lichtenbergische Landesherr Ludwig legte Wert darauf, obwohl die Gemeinde nicht darum ersucht hatte. Die erste Kirche wurde bereits Mitte des 15. Jahrhunderts erbaut. Reste der Grundmauer und der Taufstein aus dieser Epoche befinden sich in der Kirche. Haben Sie bemerkt, dass die Kirchturmspitze etwas schief steht?

Weiter geht es nach LINX. Diese von einer denkmalgeschützten Mauer mit ursprünglichen Torbögen umschlossene Kirche ist in der Regel geöffnet. Sie finden im Inneren weitere Informationen.

Nach HAUSGEREUT finden Sie, wenn Sie über Holzhausen weiter nach Norden fahren. Dies ist eine der beiden ursprünglichen Chorturmkirchen auf dieser Tour, die noch in ihrer Ursprungsgröße zu bewundern sind. Wenn Sie es einrichten können, dann machen Sie hier um die Mittagszeit Station, denn um 12:00 Uhr wird die Glocke von Hand geläutet. Im Chorraum sind Szenen aus dem Leben der Heiligen Nikolaus zu sehen. Vielleicht erkennen Sie die eine oder andere Legende.

In RHEINBISCHOFSHEIM erhebt sich die große Ausnahme. Diese geöffnete Kirche stellt einen Kontrast zu den Chorturmkirchen auf dieser Strecke dar.

Quelle: ulf
Rheinbischofsheim

Allein die Größe ist imponierend und der Innenraum wirkt als achteckiger Bau fast rund. An den Außenmauern sind einige alte Epitaphien angebracht und links neben dem Eingang erinnert ein Gedenkstein an die Deportation der jüdischen Bevölkerung am 22. Oktober 1940 nach Gurs.

Auf Feldwegen führt die Strecke nun nach Freistett. !ACHTUNG! Sie müssen die stark befahrene L 87 überqueren. Sie führt zur Rheinbrücke und stellt eine beliebte Verbindung zwischen den Autobahnen im Elsass und der Anschlussstelle Achern an der A5 dar.

Mit FREISTETT haben wir nun annähernd die Hälfte der Strecke geschafft. Die St. Georgskirche steht für Besucher*innen leider nicht offen.

Einige hundert Meter weiter befindet sich in Niederfreistett die zweite ursprüngliche Chorturmkirche. Gewidmet ist sie ebenfalls dem Heiligen Nikolaus. Umgangssprachlich hat sich aber der Name Heidenkirchle eingebürgert. Wobei sich die Bezeichnung „Heiden“ nicht auf „unchristlich“ oder „vorchristlich“ bezieht, sondern eher darauf, dass es sich um eine sehr alte Kirche handelt. Tatsächlich hat man bei Umbauarbeiten einen Balken entdeckt, der um die tausend Jahre alt ist.

Quelle: ulf
Heidenkirchel
Treten Sie ein und lassen Sie Ihre Augen sich langsam an das dämmrige Licht gewöhnen. Ein Spruchband läuft dicht unter der Decke rund um das Kirchenschiff. Es beginnt an der vorderen Wand links über dem Chorbogen. Zwei Verse aus dem Neuen Testament: „Das Licht scheint“ und das Versprechen Jesu Christi, die Menschen alle Tage zu begleiten. Ergänzen Sie in Gedanken den zweiten Vers und vielleicht entdecken Sie eine Brücke zum nun wieder beginnenden Spruchband. Die beiden modernen Glasfenster im Chorraum zeigen die Taufe Jesu und das Pfingstereignis. Ganz in der Nähe gibt es einen kleinen Rastplatz, der zu einer Pause einlädt.

Hier haben wir den „Scheitelpunkt“ unserer Tour erreicht. Durch das Industriegebiet nehmen wir nun Kurs in Richtung Rhein und fahren auf dem Rheindamm wenige Kilometer nach Süden. Nach einer Ladestation, bei der Schiffe mit Sand und Kies beladen werden, biegen wir nach links ab und müssen zunächst an einer etwas unübersichtlichen Stelle !ACHTUNG! die Straße überqueren. Geradeaus geht es nach DIERSHEIM.

Quelle: Jörg Lange
Diersheim
Die Dreifaltigkeitskirche ist geöffnet. Sie wurde zu einer ähnlichen Zeit wie die Kirche in Legelshurst erbaut. Als Hinweis auf ein Evangelisches Gotteshaus wurde als schmückendes Element die Lutherrose angebracht. Sie ist von überall aus gut zu sehen und trotzdem ein wenig versteckt. 

Durch den Rheinauenwald führt die Tour nun nach LEUTESHEIM. Auch hier befindet sich über dem Seiteneingang wieder ein großes Fürstenwappen, das anlässlich einer Erweiterung im Jahr 1740 angebracht wurde. 2017 wurde diese Kirche im Inneren sehr geschmackvoll neu gestaltet. Leider können wir sie nur von außen bestaunen.

Ebenfalls nur von der Außenseite die Kirche in BODERSWEIER. Mit der Angabe des Jahres 1616 über dem Hauptportal sagt sie uns, dass sie zu Zeiten des Grafen Johann Reinhard I. erbaut wurde. Zu ihrem 400. Geburtstag wurde sie innen neu gestaltet.

Ziel unserer Tour ist KORK. Hier erreichen wir wieder einen Bahnhof.  Zuvor lohnt aber ein Blick in den Hof der Katholischen Kirche. 2017 wurde hier nach dem Vorbild von Chartres ein begehbares Labyrinth in den Boden eingelassen. Steigen Sie ab und gehen die 317 Meter bis zur Mitte.

Quelle: Jörg Lange
Kork
Die evangelische Kirche steht mitten im Dorf. Zum Raten und Staunen sind die Eingangstüren. Notenkundige können an der Seitentür einen namhaften Komponisten entdecken und am Hauptportal begegnen uns Symbole, die wir schon in der großen Kirche von Rheinbischofsheim gesehen haben. In den Sommermonaten ist die Kirche geöffnet. Zum Abschluss empfiehlt sich der Besuch im „Café Alte Landschreiberei“ der Diakonie Kork. (tägl. bis 18.00 Uhr geöffnet)

Dort könnten sie darüber nachdenken, ob Sie dem Geheimnis der Chorturmkirchen auf die Spur gekommen sind. Warum haben unsere Vorfahren genau an dieser Stelle ihre Türme gebaut? Auch Experten haben keine abschließende Antwort, so dass wir uns eigene Antworten überlegen können. Vielleicht schicken Sie uns eine Mail mit ihren Ideen?
Und wie gefallen Ihnen Kirchen, bei denen der Turm an anderer Stelle steht?
 
 
 
Die Strecke kann hier angeschaut werden:
 
Detaillierte Angaben zur Tour gibt es auch hier:
Text: Ulrich Sapel
 
Ansprechpartner
Ulrich Sapel
Projektmitarbeiter
Herbert Kumpf
Ausschussvorsitzender
Claudia Roloff
Pfarrerin, Evangelische Erwachsenenbildung
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